Obwohl sich die Musik in Deutschland zum einen des enormen klassischen Erbes immer bewusst geblieben ist und zum anderen jede Menge Strömungen ins Land schwappten, die dann verarbeitet und interpretiert wurden, gibt es auch einige genuin hiesige Richtungen, die überall auf der Welt bekannt wurden und Erfolge feierten. Manchmal ist dabei sogar die deutsche Sprache, wie alle Sprechweisen auf der Welt in puncto Musik hinter dem Englischen zurückstehend, kein Problem und berühmte Bands wie Rammstein füllen Stadien in Tokio, Los Angeles oder eben in Europa.

Neue Deutsche Welle

Im Grunde genommen ist die NDW eine ziemlich deutsche Antwort auf den 80er Pop aus Amerika und präsentierte sich besonders flockig, locker, unverblümt auch lasziv und zweideutig. Immer tanzbar zeigten sich Interpreten wie Peter Schilling mit seinen Weltraumhits, Nena, deren Songs es sogar auf Englisch gibt, die Münchner Freiheit und Joachim Witt, der mit seinem Song vom Goldenen Reiter unzweifelhaft ein Stück deutsche Musikgeschichte geschaffen hat. Die Neue Deutsche Welle war auch international sehr erfolgreich, was logischerweise am leichten, tanzbaren Stil und an den oftmals ziemlich einfach konstruierten Zeilen lag, die nach ein paar Wiederholungen selbst betrunkene Russen mitgrölen können.

Neue Deutsche Härte

Ganz anders steht es um diese Richtung, schließlich ist die Neue Deutsche Härte von vielen Stilen beeinflusst, doch die Zielrichtung geht klar in Richtung Rock, Synthesizern, dröhnenden E Gitarren und bombastischem Gesang, was die deutsche Band Rammstein zweifellos perfektioniert hat. Deren Shows und Konzerte sind ausverkauft, egal wann und wo, und im Zuge dieses Erfolges konnte sich der Stil auf der ganzen Welt verbreiten. Eindeutig ein Crossover Genre also, das selbst Elemente wie Techno und Gothik verarbeiten kann. Andere Vertreter dieses Musikstils sind beispielsweise Oomph!, Letzte Instanz und Unheilig, wobei hier auch immer wieder hervorragende Platzierungen in den Charts erzielt werden können.

Hip - Hop, Reggae, Dancehall

Zugegeben, diese Musikstile stammen nicht aus der Bundesrepublik, sondern aus Amerika, der Karibik, aus Afrika und doch hat das Bands wie Seeed nicht aufgehalten, einen deutschen Mix zu konstruieren. Das kann sehr wohl passen, das zeigen Erfolge in den Hitparaden, und genuin deutscher Hip-Hop mit der entsprechend derben, aber direkten Sprache ist heute für die allermeisten Jugendlichen auch bekannt. Wer will kann hier zu unzähligen Auftritten gehen im Land und das ist längst nicht mehr nur die Hinterbühne, vielmehr sind es gerade die Festivals mit dieser Musik, die jedes Jahr hunderttausende Fans anlocken.