Musiker und Künstler waren in der ehemaligen sozialistischen DDR im Osten Deutschlands einer konsequent strengen Zensur unterworfen. Im Dienste der herrschenden Ideologie war die musikalische Freiheit beim Texten enorm eingeschränkt, was zwar die Vertonung selbst weniger betraf, dem künstlerischen Vortrag aber von vornherein die volle Funktionalität nahm. Zugleich gab es hinter der Mauer in puncto Musik aber immer auch die Möglichkeit, durch kluge Lyrik die Zensur zum um gehen, zu ironisieren und es ist kein Wunder, dass ausgerechnet Liedermacher und andere Sänger ihren guten Anteil am Ende der DDR haben.

Ideologie und Unterhaltung

Natürlich wollte die Bevölkerung in Ostdeutschland auch ordentliche Musik zum Hören und zum Tanzen und weil hier nun mal die Trends aus dem Westen kamen, hatten die Parteigenossen ein Problem. Die Folge war ein ständiger Spagat, zumal es auch immer wieder mal Einmischungen von ganz oben gab wie beispielsweise der Streit um die Beat Musik in den 1960er Jahren unter Staatschef Ulbricht zeigt. Deshalb gab es Aspekte wie Spielerlaubnis, Prüfungen vor diversen Komitees und eine immense Bedeutung von Amateurbands zu beachten.

Auch der Schlager war wichtig und wurde durch verschiedene Fernsehsendungen präsentiert, wo dann in anderen Formaten auch Rockmusik gezeigt wurde. Die DDR befand sich ja bekanntlich im Verbund von Bruderstaaten und deren Musik wurde gleichfalls gezeigt und gehört, wobei gerade das staatliche Plattenlabel Amiga eine große Rolle spielte für die Veröffentlichung von ausländischen Künstlern.

Bekannte Namen

Es wäre müßig hier alle DDR Sänger aufzuzählen, aber natürlich sind Frank Schöbel, die Puhdys, Karat, City mit dem Mega Hit „Am Fenster“, Inka Bause und viele andere immer noch bekannt und im Osten der heutigen Bundesrepublik populär. Es kam am Ende eben immer darauf an, wer sich wie stellte mit der Führung im Sozialismus und mit Sicherheit war ein auf Schlager getrimmtes Format einfacher zu managen als etwa Rock Musiken wie von Lift und Renft. Diese Bands übten gar nicht so unverhohlen Kritik am System und konnten in der DDR nie Mainstream werden, was für Liedermacher wie Wolf Biermann erst recht zu gelten hat.

Inoffizielle Mitarbeiter: Die Stasi, also der Inlandsgeheimdienst Staatsicherheit war immer mit am Klavier und auf der Bühne zugegen und es ist erstaunlich, wer später alles bekannt wurde als Mitarbeiter bei dieser Schnüffelbehörde. Einige Künstler gaben ihrer Karriere durch die Spionage von Kollegen einen Schub und es lohnt sich, hier mal nach den entsprechenden Namen im Internet zu suchen.

Und nach der Wende?

Die Wiedervereinigung machte viele Ostkünstler quasi über Nacht arbeitslos. Die kulturell etwas ausgehungerte DDR Bevölkerung bevorzugte eindeutig die Musik aus dem Westen, aus Amerika und anderen Ländern und nur einige wenige Interpreten wie beispielsweise die Puhdys haben ihre Musikkarriere fortsetzen können. Allerdings treten diese Ostrock Bands oft genug eben nur in diesem Landesteil auf, es gibt große Revival Festivals und auch die alten Platten wurden zum Teil noch mal auf CD oder eben MP3 herausgegeben. Mitunter spielte man auch zusammen mit Weststars und das Erbe der DDR Musik ist bis heute lebendig geblieben.