Bei allen Richtungen, die als deutsch bezeichnet werden zwischen NDW und Neuer Deutscher Härte ist die elektronische Musik unzweifelhaft das ganz große Geschenk aus Deutschland an die Unterhaltung der Gegenwart. Es kommt heute kein Club auf der Welt mehr aus ohne Techno, ohne Dum´N Bass oder House im engeren Sinne und sogar die Mainstream Musik von Miley Cyrus bis Lady Gaga verwendet wie selbstverständlich elektronische Klänge. Das hätte man sich zu Beginn dieser immens einflussreichen Richtung in den 1970er und 80er Jahren wohl kaum träumen lassen.

Die Anfänge und der Durchbruch

Kraftwerk gilt als vielleicht wichtigster Pionier in diesem Bereich. Die Band experimentierte mit Klängen und Farben und schuf dadurch gemeinsam mit anderen Vorreitern wie Tangerine Dream und Klaus Schulze einen Stil, der auf typischen Gesang verzichten kann und der diesen erst spät, natürlich gleichfalls dem Rhythmus der Bässe angepasst, wieder inkludierte. Dazu lässt sich prima tanzen, die scheinbar gleichen Beats sind das Ergebnis langwieriger Kompositionen und alles kommt auf das Zusammenspiel der Elemente an.

Kommerzieller Erfolg oder Underground?

Heute ist elektronische Musik in Deutschland und darüber hinaus unvermeidlich geworden. Produzenten, DJs und zunehmend sogar richtige Bands mit Gesangsbegleitung zu den Beats geben sich die Klinke in die Hand und Namen wie Paul Kalkbrenner, Moguai, Scooter und viele andere sind weltbekannt. Allerdings spielen vor allem DJs oft genug nur in kleinen Clubs und viele wollen auch gar nicht in einem Stadion auflegen, was den Underground Charakter dieser Musikrichtung bis heute unterstreicht. Techno Partys, die irgendwo illegal im Wald stattfinden, gibt es immer noch und trotz ihres so gut wie politikfreien Charakters ist die elektronische Musik zu einem wichtigen identitätsstiftenden Medium für jüngere Generationen geworden.

Eine Frage der Technik: Gar nicht so unwichtig und mittlerweile ähnlich wie der Korken beim Wein ist der Umstand, ob ein DJ nun mit Schallplatten, mit CD´s oder direkt aus dem Netz beziehungsweise von der Festplatte gemixt auflegt. Einige schwören auf den warmen Klang der Platte, während andere die schnelle Abfolge, das Mischen und häufige Wechseln der Beats bevorzugen, was für die Vielgestaltigkeit dieser Musik nur gut seyn kann.